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Die Entwicklung eines Arzneimittels oder Impfstoffs

Die Arzneimittelentwicklung ist ein langwieriger und kostspieliger Prozess; nur sehr wenige Wirkstoffe erreichen die Zulassung. Zu Beginn steht die Grundlagenforschung, in der das elementare Verständnis für eine Krankheit und deren Verlauf erforscht wird und neue potentielle Wirkmechanismen beschrieben werden. Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung einer Substanz. Wissenschafter prüfen die Wirksamkeit und Verträglichkeit jeder neuen Substanz, deren Verstoffwechslung im Körper sowie Wechselwirkungen mit anderen häufig gebrauchten Arzneimitteln. Nur ein sehr geringer Teil potentieller Wirkstoffe gelangt über die Grundlagenforschung und die präklinische Entwicklung hinaus und tritt in die Phase der klinischen Entwicklung ein – ein Prozess, der viele Jahre dauert.
Arzneimittel
Von 4.000 bis 10.000 Substanzen in der Grundlagenforschung erreichen im Durchschnitt lediglich fünf die Phase der klinischen Prüfung, und nur ein Wirkstoff wird zur Anwendung am Patienten zugelassen. (Quelle: PhRMA, März 2005).
ArzneimittelentwicklungDie Kosten, die für ein Medikament von der Entdeckung im Labor über im Mittel zwölf Jahre bis zur ersten Verschreibung entstehen, betragen fast 800 Millionen Dollar. Etwa 4.000 bis 10.000 Substanzen müssen gescreent werden, damit ein Wirkstoff die Zulassung erreicht. Die forschende pharmazeutische Industrie geht bei der Arzneimittelentwicklung das hohe Risiko eines Misserfolgs ein. Trotz dieses Risikos geht die Entwicklung von über 90% aller weltweit produzierten neuen Medikamente auf die forschende pharmazeutische Industrie zurück.

Vom Labor in den Arzneimittelschrank

Präklinische Prüfung
Nach der Entdeckung eines neuen Wirkstoffs wird dieser intensiv im Labor und tierexperimentell auf seine Wirkungen und die Verträglichkeit geprüft. Nur bei Unbedenklichkeit darf er weiter untersucht werden.
Phase I
Die Phase I stellt den ersten Schritt der klinischen Entwicklung dar. In klinischen Studien der Phase I wird das Arzneimittel das erste Mal am Menschen geprüft: An einigen gesunden Freiwilligen werden der Weg des Arzneimittels durch den Körper und seine Verstoffwechslung untersucht.
Phase II
In klinischen Studien der Phase II wird die Wirkung an Menschen, die an einer bestimmt Krankheit leiden, geprüft. An den Studien der Phase II nehmen zwischen 100 und 500 Patienten teil. In dieser Phase sollen nicht nur die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des Arzneimittels geprüft werden, sondern auch die geeignete Dosierung festgelegt werden.
Phase III
Hat das Arzneimittel erfolgreich die Phase II durchlaufen, wird es in klinischen Studien der Phase III an einer größeren Zahl von Patienten weiter untersucht. Ziel ist es zu zeigen, dass das Arzneimittel bei vielen Patienten die erwünschte Wirksamkeit zeigt. Zudem wird hier das Verträglichkeitsprofil abgerundet.
Verläuft die Phase III erfolgreich, kann der Hersteller die Zulassung für das Arzneimittel beantragen, d. h. die behördliche Erlaubnis das Arzneimittel in den Verkehr zu bringen.
Phase IV
In klinischen Studien der Phase IV wird ein Arzneimittel auch nach der Zulassung weiteren Prüfungen unterzogen. In diesen wird das Arzneimittel unter Alltagsbedingungen an einer hohen Zahl von Patienten (bis zu mehreren Tausend) untersucht.
Dabei werden beispielsweise die Langzeitverträglichkeit des Arzneimittels oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geprüft oder es werden Vergleichsstudien mit anderen, für das gleiche Anwendungsgebiet zugelassenen Arzneimitteln durchgeführt.
Phase TestgruppeZielDauer
Präklinik Labor (z. B. Zellkulturen und Tierversuche) Feststellung der chemischen und physikalischen Eigenschaften der Substanz und Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit in lebenden Zellen2-6,5 Jahre
Klinische Studien
Phase I 10-100 gesunde Freiwillige (Probanden) Nach Verabreichung unterschiedlicher Dosen des Wirkstoffs werden grundlegende Erkenntnisse zu Sicherheitsdaten und Blutspiegeln ermittelt1,5 Jahre
Phase II 50-500 Patienten Erforschung der Wirksamkeit des Wirkstoffs in einem Dosisbereich, der Pharmakokinetik und Verträglichkei2 Jahre
Phase III 300-30.000 Prüfung des wirksamsten Dosisbereichs und Erhebung weiterer Informationen über die Wirksamkeit der Substanz und über das Nebenwirkungsprofi3,5 Jahre
Zulassungsverfahren alle Informationen aus präklinischen und klinischen Studien Prüfung und Bewertung aller Studiendaten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit 0,5-1 Jahr
Überwachung nach der Markteinführung alle mit dem Arzneimittel behandelten Patienten Erfassung und Bewertung von Nebenwirkungen, insbesondere derjenigen, die in den Phasen I, II und III nicht aufgetreten sind, und solcher, die erst spät oder nur sehr selten auftreten, um fortlaufend ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis sicherzustellenlaufend
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